Warum wir unsere Berufsfischer brauchen

Berufsfischerinnen und Berufsfischer sieht man selten – meist nur als kleines Boot in der Morgendämmerung oder als Menschen hinter der Theke mit nassen Schürzen und ruhigen Handgriffen. Gleichzeitig halten sie etwas am Laufen, das schnell übersehen wird: die Verbindung zwischen See, Region und Teller.​

Ein Beruf, der viel leiser geworden ist

Früher war klar, dass Fisch aus der Umgebung kommt: vom See vor der Haustür, von Menschen, die man kannte. Heute konkurrieren Berufsfischer mit günstigen Importen, Tiefkühlware und anonymen Lieferketten – und geraten damit leicht aus dem Blick.​

Dabei ist ihre Rolle gerade jetzt wichtig: Sie sorgen für frischen, regionalen Fisch, sie beobachten Veränderungen im See und sie halten ein Handwerk lebendig, das über Generationen gewachsen ist.​

Regionale Versorgung mit Gesicht

Wenn Sie bei einer lokalen Fischerei einkaufen, wissen Sie, woher Ihr Fisch kommt – und wer dahintersteht. Der Weg ist kurz: vom See in den Betrieb, von dort direkt in die Theke oder in die Gastronomie.​

  • Sie können nachfragen: „Wann wurde dieser Fisch gefangen?“ oder „Wo genau im See war das?“

  • Sie erfahren, warum heute vielleicht weniger Egli, dafür mehr Felchen da sind.

  • Sie spüren, dass hier nicht ein globaler Markt entscheidet, sondern das, was der See gerade hergibt.

Diese Transparenz schafft Vertrauen – und macht deutlich, dass regionaler Fisch mehr ist als nur ein Etikett.​

Berufsfischer als „Augen und Ohren“ des Sees

Kaum jemand kennt den See so gut wie Menschen, die täglich darauf arbeiten. Sie merken, wenn sich Sichttiefe ändert, wenn ungewöhnlich viele Algen auftreten, wenn Müll sich an bestimmten Stellen sammelt oder Fische anders laichen als gewohnt.​

Dieses Wissen ist für Behörden und Wissenschaft wertvoll – es ergänzt Messdaten durch Alltagserfahrung. Berufsfischer werden so zu einer Art Frühwarnsystem: Sie sehen Probleme oft, bevor sie in Statistiken auftauchen.​

Kulturelles Erbe und Identität

Berufsfischerei ist selten ein „Business von null“, sondern meist ein Familienberuf. Geschichten über Grossväter, die im Winter Netze flicken, Kinder, die vor der Schule beim Einholen der Reusen helfen, oder über Hochwasserjahre gehören zur Identität ganzer Ufergemeinden.​

Geht ein Betrieb verloren, verschwindet nicht nur ein Laden, sondern auch ein Stück regionaler Erinnerung: Ortsbilder, Traditionen, Sprache und Wissen rund um den See.​

Was Sie persönlich tun können

  • Kaufen Sie bewusst regionalen Fisch – auch, wenn er nicht der billigste ist.

  • Fragen Sie nach Hintergründen, wenn Sie im Laden stehen.

  • Erzählen Sie weiter, dass es in Ihrer Region noch Berufsfischer gibt.


Wenn Sie möchten, dass es auch in Zukunft frischen Fisch aus unseren Seen gibt, unterstützen Sie die Berufsfischerei mit jedem Einkauf – direkt bei uns am See, im Laden in Stäfa oder am Greifensee.

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